Session 3.3 - Freitag, 13. März 2026, 11:00 - 12:30 Uhr

Im Dialog mit Fördergebern die Rahmenbedingungen für transdisziplinäre und partizipative Forschung verbessern 

Konzeption und Moderation: Holger Hoff, Eefje Aarnoudse, Sarah Weschke, Audrey Podann (AG Institutionalisierung)

Ergebnisbericht: 
 

  • Ziel der Session: Mandat erhalten und Handlungsfelder für die GTPF definieren, um den Dialog mit Fördergebern produktiv fortzuführen
  • Botschaft der Session: Wissenschaft und Fördergeber können und sollten gemeinsam die Rahmenbedingungen für TD/P Forschung verbessern, aufbauend auf bestehenden Erfahrungen und Initiativen

Ergebnisse der Gruppentische:

Tisch 1) Plattform

form follows function: bevor wir Austauschformate zwischen Wissenschaft und Fördergebern definieren, müssen wir...

  1. ...den Bedarf auf beiden Seiten klären
  2. ...bestehende Ansätze und Initiativen dazu synthetisieren (siehe Tisch 2) erst dann können wir
  3. ...Methoden und Formate (ggf. auch eine Plattform) definieren die den Austausch und die Ko-produktion zwischen Wissenschaft und Fördergebern ermöglichen

Zu 1) Fördergeber haben im Online Dialog im Januar Interesse am Austausch mit der Wissenschaft (incl. Begleit- und Wirkungsforschung) bekundet und darauf aufbauend an gemeinsamer Ko-Kreation von Projekten und Programmen („beyond handing out cash“). Darüber hinaus sind sie an einem peer-to-peer learning (zwischen Fördergebern) interessiert – letzteres ist nicht unbedingt Aufgabe der GTPF. 

Wir (Wissenschaft) wollen unsere Perspektiven, Erfahrungen und Bedürfnisse gegenüber den Fördergebern zum Ausdruck bringen, die Wertschätzung gegenüber TD/P Wissenschaft verbessern und natürlich eine bessere und den spezifischen Bedürfnissen angepasste Finanzierung von TD/P Forschung erreichen.

Gemeinsames Interesse: die jeweiligen Kapazitäten und constraints (z.B. Mangel an qualifizierten TD reviewern) verstehen und gemeinsam definieren wie die Förderung für TD/P Forschung systematisch und langfristig aufgesetzt werden kann und sollte.

Zu 2) siehe Tisch 2

zu 3) Mögliche Formate des Austausches und der Ko-produktion: Workshops, strukturierte Interviews mit den einzelnen Fördergebern, ev. auch eine Plattform 
- in der AG Institutionalierung oder AG-übergreifend

Tisch 2) Synthese bestehender Initiativen

Mit Fokus auf Erfahrungen, Gelegenheiten und die Formulierung guter Beispiele (z.B. FONA) soll eine Synthese bestehender Initiativen erarbeitet werden. Dazu müssen wir zunächst klären, welche Rolle die GTPF in diesem Feld einnehmen soll: Vernetzung, Stimme der Wissenschaft, Bündelung von Perspektiven und Erfahrungen oder sollte die GTPF noch andere Rollen einnehmen?

Zudem gilt es, den state-of-the-art zu bewerten und zu messen – sowohl auf Projekt- als auch auf Programmebene. Darauf aufbauend kann es um die Entwicklung von Forschungsprogrammen, Agendasetting und Projektauswahl gehen.
Dabei ist zu klären, inwieweit es bereits institutionalisiertes, textlich dokumentiertes Wissen bzw. einen state-of-the-art zur Programmgestaltung gibt.

Konkrete Initiativen, deren Erfahrungen wir vorab synthetisieren sollten:

  • CoARA
  • RORI
  • OECD Handbook
  • EU Horizon <-> BMFTR
  • BMFTR Leitfäden
  • VolkswagenStiftung 
Tisch 3) Good Practices in der Td+P: Forschungsförderung systematisch erfassen

Der Tisch zog sehr viele Interessierte an, inkl. Forschungsförderer. Es bestand Einigkeit, dass die systematische Aufarbeitung und der Austausch von 'Good Practices' von grossem Wert ist, um ein 'institutionelles Gedächtnis' für Good Practices in allen Stadien des Forschungsförderungszyklus zu schaffen, nicht das Rad immer wieder neu erfinden zu müssen und damit zu einer Ausbreitung und Qualitätssteigerung geeigneter Förderformate beizutragen. Das heisst auch, bereits bestehendes Wissen einzubeziehen >siehe Tisch 2 sowie Forsschung zu Forschungsförderung. Der Austausch zu Good Practices kann dabei Räume zur Qualitätssicherung schaffen. Aus GTPF-Sicht ist wichtig, auch eine Betrachtung der Good Practices aus Sicht der Forschenden und idealerweise - aber innerhalb der GTPF schwieriger abzudecken - auch der Praxispartner. Ein weiterer Punkt ist die Auseinandersetzung mit Hindernissen und Herausforderungen und das Lernen aus schlechten Beispielen.

Tisch 4) Erarbeitung eines Leitfadens

An Tisch 4 und in der Gesamtdiskussion kam die Frage auf, welche Zielgruppen ein Leitfaden ansprechen soll: Forschungsfördernde, Forschende, Hochschulen oder die forschungspolitische Ebene?

Grundsätzlich wird klar von der Legitimation der GTPF für die Erarbeitung eines Leitfadens ausgegangen. Zum jetzigen Zeitpunkt scheinen aber eine Zusammenstellung von Good Practices >Tisch 3, sowie Lern- und Austauschformate mit Forschungsförderern und Forschenden >Tisch 1, sowie ein Bezug zu bestehenden / in Arbeit befindlichen Dokument COARA, BMFTR, Metaforschung >Tisch 2 die naheliegenderen Schritte zu sein.

Später könnte die Entwicklung von Standards (evtl. DIN), Typologisierungen und Evaluationskriterien ins Auge gefasst werden.

 

Tischübergreifend:

Die GTPF bedient die deutschsprachige community (Deutschland, Schweiz, Österreich, Südtirol), d.h. sie sucht den Dialog mit Fördergebern in diesen Ländern (plus EU) bei denen wir auch Anträge einreichen können. Allerdings sollten wir zusätzlich auch Erfahrungen / best practices aus anderen Ländern synthetisieren, soweit diese von Interesse sind.

Unsere Initiative bietet die Gelegenheit, GTPF Qualitätskriterien zur Anwendung zu bringen. Wir plädieren daher für stärkere Inter-AG Kommunikation und bitten die GTPF unsere Initiative über die AG Institutionalisierung hinaus bekannt zu machen - Beiträg aus anderen AGs sind willkommen und erforderlich, z.B. Qualität, Wirkung.

Wir streben an, Fortschritte unsere Initiative beim TD Forum der Volkswagen Stiftung im Dezember vorzustellen.

Fotos: Florian Reischauer